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Ausgabe 203 / Januar 2021

DIE STARS VON MORGEN

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Peter Sagan, Alejandro Valverde, Vincenzo Nibali – seit Jahren wird der Profiradsport von den gleichen Namen geprägt. Im Windschatten der Stars steht allerdings längst eine neue Fahrergeneration bereit, die das Talent besitzt, selbst das Tempo im Peloton zu bestimmen. Procycling begleitete vier dieser jungen Talente aus dem deutschsprachigen Raum durch die Saison 2020.
 

Mit 24 Renntagen blickt Patrick Gamper auf eine kurze Debütsaison in der WorldTour zurück. Der 23-Jährige aus Tirol hatte zu Jahresbeginn die Chance erhalten, sich bei Bora–hansgrohe in der höchsten Radsportliga zu etablieren. Wie alle Fahrer haderte aber auch er mit den durch die Corona-Pandemie hervorgerufenen Umständen: „Es war sicherlich eine eigenartige Saison für Neulinge im Profigeschäft wie mich. Aufgrund der langen Pause und wegen der wenigen Rennen war es schwierig, seinen Platz im Peloton zu finden. Im Endeffekt bin ich aber trotzdem zufrieden, weil ich viele Chancen bekommen habe. Mit dem Giro durfte ich ja sogar bei meiner ersten Grand Tour starten – auch wenn ich diese aufgrund eines Sturzes leider nicht beenden konnte. Das Team war aber in jedem Rennen zufrieden mit mir“, lautet sein Saisonfazit.

 

Seinen Einstieg feierte Gamper Ende Januar bei der Mallorca Challenge, ehe er mit Omloop Het Nieuwsblad, Kuurne–Brüssel–Kuurne und dem GP Jean-Pierre Monseré auch den Auftakt der Klassiker-Saison bestreiten durfte. Dort erfuhr er im harten Rennbetrieb, was es bedeutet, von der U23-Kategorie in die WorldTour zu wechseln: „Omloop und Kuurne waren eine neue Welt für mich. Aus dem Nichts wird dort plötzlich losgesprintet, weil sich 500 Meter später die Straße unter einer Autobahnbrücke verjüngt. Als junger Profi, der noch nicht alle Strecken perfekt kennt und erst noch lernen muss, die Rennen zu lesen, hatte ich hier sicherlich meine Schwierigkeiten.

Auch das Positionsfahren im Feld ist in der WorldTour noch einmal etwas ganz anderes“, so Gamper, der sich dennoch schnell als Helfer in seinem Team integrieren konnte. Eine Rolle, auf die er auch langfristig hinarbeiten will: „Vom Fahrertyp her passt das sehr gut. Ich bin nicht der geborene Sieger, aber ich habe einen guten Motor, kann vorne im Wind fahren und im Leadout helfen. Physiologisch tendiere ich momentan zu den Klassikern, aber auch hier muss man noch schauen, wohin die Reise geht“, sagt er.

GIRO-DEBÜT MIT PECH

Für Gamper war es dementsprechend ein riesiges Kompliment seitens der Teamleitung um Bora–hansgrohe-Manager Ralph Denk, dass er als Neoprofi gemeinsam mit Peter Sagan zur Italien- Rundfahrt durfte. Nach einem guten Start wurde er auf der siebten Etappe allerdings in einen Sturz verwickelt. Zwar erreichte der Österreicher noch das Ziel an jenem Tag, anschließend nahmen ihn die Teamärzte mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung aber aus dem Rennen. „Das war natürlich schade – gerade, weil es meine erste Grand Tour war“, zeigte er sich entsprechend enttäuscht, auch, weil der Giro zugleich sein letzter Einsatz in der Rennsaison 2020 war. 2021 wird er nun erneut das Trikot von Bora–hansgrohe tragen und will weiter an seinen Qualitäten als Helfer arbeiten. Zudem wolle er sich „weiterentwickeln und einen Schritt nach vorne machen“, so Gampers bescheidene Zielsetzung. Nach den Erfahrungen in diesem Jahr stelle er sich aber auf jede Herausforderung ein, wie er schmunzelnd meint: „Man muss derzeit in jedem Fall flexibel bleiben. Ich hätte heuer nie erwartet, schon den Giro zu bestreiten – aber durch Corona hat sich alles verändert. Dementsprechend werde ich daran arbeiten, 2021 ein höheres Grundniveau als in diesem Jahr zu erreichen.“

Procycling - Ausgabe 203 / Januar 2021


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