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Ausgabe 167 / Januar 2018

An der Weltspitze

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In der Saison 2017 gewann Greg Van Avermaet sein erstes Monument sowie etliche größere Frühjahrsrennen und kletterte damit an die Spitze der WorldTour-Rangliste. Procycling hat den belgischen Klassikerkönig zu Hause besucht und gefragt, was als Nächstes kommt.

Dendermonde, eine beschauliche belgische Stadt an der Schelde, liegt in dem von Gent, Antwerpen und Brüssel gebildeten Dreieck – und gerade in ungewöhnlicher Spätherbstsonne, der letzten Wärme des Jahres. Der blaue Himmel und die angenehmen Temperaturen sind sehr unflämisch. In Dendermonde lebt Greg Van Avermaet, Olympiasieger, WorldTour-Champion, Roubaix-Sieger und Lokalmatador – er ist in der Nachbarstadt Lokeren geboren. Wir sitzen in Van Avermaets Garten mit offenem und weitem Blick über die Felder der ostflämischen Ebene – es gibt keinen nennenswerten Hügel zwischen hier und der 80 Kilometer entfernten Nordsee. „Es gefällt mir hier nicht besonders“, sagt Van Avermaet lachend. „Zum Trainieren ist es fürchterlich – es ist flach und das Wetter ist nicht gut, aber es ist immer schön, nach Hause zu kommen. Ich könnte auch woanders leben, aber hier werde ich immer zu Hause sein.“ Und er fügt hinzu: „Ich glaube, ich bin sehr belgisch.“ Van Avermaets Haus befindet sich gerade mitten in einer Renovierung, die etwas länger dauert als geplant, und ist nicht betretbar, und so sitzen wir an einem Tisch auf einer großen Grasfläche, an der ein Mähroboter gemütlich herumknabbert, welcher etwas planlos über den Rasen fährt. Der Rasenmäher, motorisiert und autonom, beschränkt sich auf unseren Teil des Gartens und kurvt um unsere Knöchel herum. „Er tut nichts. Er ist gerne in der Nähe von Menschen“, scherzt Van Avermaet.

Der Belgier sieht entspannt aus – nicht teamkonforme und angenehm unmodische Kleidung, aus dem Bett gefallene Frisur und Mehrtagebart signalisieren mir, dass er im Urlaubsmodus ist, obwohl er sich die Beine noch einmal richtig wird rasieren müssen, bevor er zum Saitama Criterium reist, das demnächst ansteht. Warum soll er auch nicht entspannt sein? 2017 war seine beste Saison bisher. Die Entwicklung vom Außenseiter zum Favoriten, die sich schon 2016 abgezeichnet hatte, war abgeschlossen, und er feierte ein denkwürdiges Quartett von Frühjahrssiegen: Omloop Het Nieuwsblad (zum zweiten Mal), gefolgt von E3 Harelbeke, Gent–Wevelgem und Paris–Roubaix, die er jeweils zum ersten Mal gewann. Außerdem war er Zweiter des Strade Bianche und der Flandern-Rundfahrt. Damit knüpfte er an 2016 an, wo er eine Etappe der Tour (verbunden mit dem Gelben Trikot), das olympische Straßenrennen und den GP de Montréal gewonnen hatte. Mitte April dieses Jahres beschloss Greg Van Avermaet anscheinend, zu gewinnen. Seitdem ist es etwas ruhiger um ihn geworden. Im Mai war er krank, im Juni fuhr er die Luxemburg-Rundfahrt untertrainiert und gewann sie, nahm sich aber zu wenig Zeit für die anschließende Regeneration und war bei der Tour de France nicht auf der Höhe. Die Topform war weg – er fuhr seit Juni nicht mehr als Erster über die Linie –, doch er fuhr wie früher vordere Plätze ein: Zweiter auf der Tour-Etappe nach Rodez, Achter der Clásica San Sebastián, Vierter der BinckBank Tour, Zehnter in Plouay, Zweiter in Québec, Siebter in Montréal und Sechster der Weltmeisterschaft. „In anderen Jahren war ich gut bei den Klassikern, ohne je zu gewinnen, und ich war immer gegen Ende des Jahres gut“, sagt er. „In diesem Jahr habe ich Klassiker gewonnen, aber weniger nach der Tour. Ich wurde krank und habe bis zum Ende der Saison gebraucht, um auf ein gutes Niveau zu kommen, aber es war nie ganz so wie zu Beginn des Jahres. Es war wie früher – viele Top-Ten-Plätze und kein Sieg.“
 
Es gibt keinen Fahrer im Peloton, der sich die WorldTour-Rangliste zum Ziel setzt. Daraus könnte man schließen, dass niemand die WorldTour gewinnen will, aber das stimmt nicht. Es ist gut, eine solche Wertung zu gewinnen; nur ist sie selbst für die Fahrer an der Spitze der Wertung etwas, was sie nebenbei mitnehmen. „Es ist mehr ein Kampf mit dir selbst, Punkte zu sammeln“, sagt Van Avermaet. „Es war nie ein Ziel. Du sagst nicht zu Beginn des Jahres: Ich versuche, die WorldTour zu gewinnen. Aber ich hatte so viele Punkte aus der Klassiker-Saison und habe dann angefangen, darüber nachzudenken. Das ganze Jahr über habe ich Punkte gesammelt – ich war immer da, und das ist meine Stärke. Wenn ich nicht gewinne, werde ich Dritter oder Vierter.“ Das ist einer der Kritikpunkte an der WorldTour: Wie gewichtet man den Wert eines Sieges bei einem Monument gegenüber einem Grand-Tour-Sieg? Oder wie vergleicht man Plätze bei so unterschiedlichen Rennen wie Dwars Door Vlaanderen, Amstel Gold und der Guangxi-Rundfahrt? Es ist nicht ausgeschlossen, dass Van Avermaet die Türkei-Rundfahrt oder die Guangxi-Rundfahrt bestritten hätte - für den Fall, dass Froome, der nur 130 Punkte zurücklag, nach Osten reisen und ein paar billige Punkte hätte holen wollen. Es hätte ein unterhaltsamer Kampf werden können, aber es ist bezeichnend für den Status der WorldTour, dass keiner der beiden Fahrer seine Saison verlängerte. Für Van Avermaet ist es trotzdem eine große Errungenschaft, obwohl Alejandro Valverde, vierfacher WorldTour-Sieger und von allen Fahrern des Pelotons am besten für diese Wertung geeignet, ihm wahrscheinlich kräftig Konkurrenz gemacht hätte, wenn er bei der Tour nicht auf der ersten Etappe gestürzt wäre. „Für mich ist es eine große Sache geworden. Es geht über das ganze Jahr und ich weiß, wie schwer sie zu gewinnen ist, weil es Fahrer wie Froome und Peter Sagan gibt, die immer präsent sind und immer Punkte sammeln. Es ist wichtig und schön, sie einmal zu gewinnen, weil du dir beweisen willst, dass du der stärkste Fahrer der Welt bist“, erklärt er.

„Bist du“, frage ich, „der stärkste Fahrer der Welt?“ „So komme ich mir nicht vor“, sagt Van Avermaet. „Aber die Rangliste spiegelt den Wert eines Fahrers gut wider, und ich glaube, ich bin einer der besten. Die Leute müssen entscheiden, wer für sie der Stärkste ist, aber ich habe einige starke Seiten und bin in der Lage, viele von den Jungs zu schlagen.“ Van Avermaets Einstellung zu einigen seiner Rivalen gleicht fast einem Minderwertigkeitskomplex, obwohl er keine großen Komplexe deswegen zu haben scheint. „Es ist schwer zu sagen, ob ich der beste Fahrer der Welt bin“, sagt er. „Peter Sagan und Chris Froome sind ziemlich stark. Wahrscheinlich sind sie besser als ich.“ Man kann Van Avermaet und Froome nicht vergleichen. Ihre Ambitionen sind so unterschiedlich, als würden sie unterschiedliche Sportarten betreiben – sie trafen 2017 nur einmal direkt aufeinander, auf der 14. Etappe der Tour nach Rodez, wo Van Avermaet seinen Etappensieg von 2015 wiederholen wollte und Froome im Begriff war, Fabio Aru das Gelbe Trikot abzunehmen. Selbst da war es weniger ein Aufeinandertreffen, sondern vielmehr das Verfolgen zweier verschiedener Ziele durch zwei Individuen, das zufällig gleichzeitig am gleichen Ort stattfand (Van Avermaet war Zweiter, Froome Siebter). Van Avermaet und Sagan hingegen haben Ambitionen, die sich viel stärker überschneiden. Sie werden oft Erster und Zweiter – Het Nieuwsblad (zweimal), Rodez 2015, GP Montréal und GP Québec 2016, zwei Etappen von Tirreno–Adriatico (sowie einmal die Gesamtwertung), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Sagans Repertoire ist breiter als das von Van Avermaet; der Belgier versucht, Massensprints zu vermeiden, obwohl er sehr schnell ist. „Peter ist wirklich stark und schwer zu schlagen. Bei ihm sieht es immer so leicht aus“, sagt er. „Ich muss sehr hart arbeiten und wirklich fokussiert sein. Er ist nonchalant; er scheint sich gar nicht zu konzentrieren, aber das ist seine Stärke. Er ist ein so großes Talent und bei jeder Art von Rennen schwer zu schlagen. Er hat eine super Radbeherrschung. Ich bin auch gut, aber vielleicht normaler – ich mache nichts Verrücktes wie durch kleine Lücken zu fahren oder mich an Massensprints zu beteiligen. Bei den Klassikern bin ich sehr stark und schwer zu schlagen, da bin ich ihm am ebenbürtigsten.“ Van Avermaet ist etwas streng mit sich selbst – von den zehn Rennen, bei denen die beiden Fahrer seit 2015 Erster und Zweiter wurden, hat er den Slowaken siebenmal geschlagen.
 
Obwohl es ein wichtiges, schweres und atmosphärisches Rennen ist, flippt niemand aus wegen des Siegers von Het Nieuwsblad. Das liegt auch daran, dass es so früh in der Saison ist, aber auch am „Fluch des Omloop“. Kein Gewinner hat je im selben Jahr die Flandern-Rundfahrt gewonnen, obwohl diese Zufälligkeit keine Kausalität begründet. Doch für Van Avermaet ist es ein großes Rennen und er war bei den letzten sechs Auflagen in den Top Sechs. „Es gehört seit diesem Jahr zur WorldTour und ist stärker besetzt, und nach der Flandern-Rundfahrt ist es das größte Rennen in Belgien. Es lag mir, und endlich habe ich zwei Rennen in Folge gewonnen, was mir Selbstvertrauen gibt“, sagt er. „Für mich ist der Radsport heute leichter als vor drei oder vier Jahren, als ich mich noch beweisen musste. Ich wusste nicht, wie ich Rennen gewinnen sollte.“ Und er sagt weiter: „Es ist schwer zu sagen, was sich verändert hat. Ich war überrascht, wie einfach alles war, weil ich mich in anderen Jahren schwertat zu gewinnen oder aufs Podium zu fahren. Vielleicht ist Selbstbewusstsein der entscheidende Punkt. Das Team hat an mich geglaubt und ich habe mehr an mich geglaubt.“ Beim E3 attackierte Van Avermaet am Oude Kwaremont mit Oliver Naesen, seinem regelmäßigen Trainingspartner, und Philippe Gilbert. Naesen war das schwächste Glied – er fiel am Schlussanstieg, dem Tiegemberg, zurück, bevor er sich wieder herankämpfte –, und so trugen Van Avermaet und Gilbert den Sprint aus. „Es ist ein Rennen, das mir nie richtig lag. Wenn du dir meine Resultate anschaust, ist es wahrscheinlich mein schwächstes Rennen. Ich war nur einmal auf dem Podium, als ich sehr jung war“, sagt er. „Wir haben gut zusammengearbeitet. Es war eine nette Gruppe, weil wir Ollie hatten, mit dem ich trainiere und der jedes Jahr stärker wird. Ich wollte ihn nicht abhängen – ich wollte ihn mitnehmen, aber ich wollte auch das Rennen gewinnen. Als Phil am Tiegemberg attackierte, sah ich, dass Ollie zurückgefallen war. Es war seltsam – du musst deinen Kumpel abhängen, mit dem du jeden Tag fährst. Aber er kam wieder an uns heran, daher ist es kein Problem.“ Er sagt weiter: „Im Sprint war ich der Stärkste und habe an mich geglaubt, aber ich hatte im Hinterkopf, dass Phil mich schlagen könnte, wenn ich etwas falsch mache, daher war es wichtig, keinen Fehler zu machen. Phil ist ziemlich schnell.“ Zu Gilbert später mehr.

Van Avermaet hatte jetzt einen Lauf und gewann Gent–Wevelgem unter ungewöhnlichen Umständen. Er hatte mit einem Angriff am Kemmelberg eine Selektion erzwungen, aber im Finale ließ Sagan, der es leid war, dass Niki Terpstra in der Gruppe nichts beitrug, Van Avermaet und Jens Keukeleire einfach fahren. „Damit hätte ich nicht gerechnet“, sagt Van Avermaet. „Gent–Wevelgem ist nicht meine Art von Rennen. Aber Peter beschloss, nicht zu arbeiten, und die Jungs von Quick-Step fuhren nicht richtig. Ich attackierte mit Vollgas, und dann fuhr Jens an mir vorbei. Ich wollte mich wieder hinten einreihen, aber da war keiner mehr. „Für mich war es die perfekte Situation, aber auch eine Situation, die einmal alle zehn Jahre auftritt. Es war eine große Überraschung.“ Bei der Flandern-Rundfahrt hatte er weniger Glück, obwohl er Zweiter wurde. Er war schlecht positioniert, als die Muur van Geraardsbergen das Feld sprengte und Gilbert in eine gefährliche Gruppe vor dem Peloton kam. Van Avermaet geriet nicht in Panik, doch als er, Sagan und Naesen in der letzten Passage des Oude Kwaremont die Verfolgung von Gilbert aufnahmen, blieb Sagan an der Absperrung hängen und brachte alle drei zu Fall. Van Avermaet stieg wieder aufs Rad, aber Gilbert war zu stark. „Ich wäre vor der Muur schon fast gestürzt und musste bremsen. Ich war an 50. Stelle und sagte mir, dass ich nicht an die Spitze komme und locker bleiben muss. Ich dachte wahrscheinlich, dass nichts passiert“, sagt er. „Ich schloss in der Abfahrt zu einer Gruppe auf und hoffte, es wäre die Spitzengruppe, aber ich stellte fest, dass weiter vorn noch eine Gruppe war. Selbst da geriet ich nicht in Panik. Ich konzentrierte mich auf den letzten Kwaremont und Paterberg. Wenn ich, Peter und Ollie am Kwaremont nicht gestürzt wären, hätten wir es noch schaffen können. Ich meine, wer ist in den letzten zehn Jahren am Kwaremont gestürzt? Ich bin Peter nicht böse – er hat die Arbeit geleistet, und das ist Radsport. Aber ich konnte aufstehen, mein Rad überprüfen, und es war alles in Ordnung. Ich konnte Vollgas geben. Ich war wirklich stark, aber Phil war ein bisschen zu stark und zog es durch. Für mich war das Rennen noch nicht vorbei. Du musst mich erschießen, um mich zu stoppen.“

Dann kam Paris–Roubaix. Anders als sonst fuhr Van Avermaet eher konservativ – notwendigerweise, weil er das Gefühl hat, dass es ein Rennen sei, das ihm weniger liege als andere Kopfsteinpflaster-Klassiker. Der Klassiker fand bei gutem Wetter statt, und er gewann einen Fünf-Mann-Sprint auf der Radrennbahn von Roubaix. „Es ist nicht mein Lieblingsrennen. Wenn ich einen Anstieg sehe, will ich dort angreifen, aber bei Roubaix ist es leichter, mitzufahren und den großen Angriffen durch stärkere Fahrer zu folgen“, erklärt er. „Ich fuhr wirklich konservativ, und ich war zufrieden mit meinem bisherigen Frühjahr, und das half auch. Das machte es leichter, konservativ zu sein – ich musste keine Lücken zufahren. Ich rechnete mit einem Top-Ten-Platz, aber zu gewinnen, war etwas anderes.“ Van Avermaet und Gilbert waren ohne Zweifel die Fahrer des Frühjahrs – vor Michał Kwiatkowski, dem Sieger von Mailand–San Remo und Strade Bianche. Obwohl beide es herunterspielen, hat es über Jahre ein unterschwelliges Psychodrama zwischen den zwei Belgiern gegeben. Grund waren ihre sich überschneidenden Ambitionen und die Tatsache, dass sie fünf Jahre für dasselbe Team gefahren sind: BMC. Ich hatte Van Avermaet, halb im Spaß, gefragt, ob er finde, dass sein Frühjahr besser gewesen sei als das von Gilbert, der auch das Amstel Gold Race gewann, und er antwortete halb im Spaß, aber sehr schnell: „Ja.“ Und lachte. „Phil ist derselbe Fahrertyp wie ich“, sagt er. „Er ist älter und hat einen besseren Palmarès, aber ich war immer jemand, der Teamkapitän sein wollte. Mein Ziel war, BMC-Teamkapitän zu sein und Klassiker zu gewinnen.“ Gilberts Wechsel zu Quick-Step machte das Leben viel einfacher. Van Avermaet glaubt, dass sie jetzt beide zusammen angreifen und kooperieren können, während sich früher einer der beiden zurückhalten musste, wenn der andere attackierte.„Ich bin froh, dass Phil für Quick-Step fährt. Wenn du im selben Team bist, musst du dich zurückhalten und warten. Er ist ein toller Typ und wir hatten noch nie einen Konflikt außerhalb des Rennens, aber für mich war er manchmal der falsche Mann in der falschen Position, und das kann manchmal zu einem Konflikt führen.“ Angesichts von Van Avermaets Allround-Talenten – er war in den Top 15 jedes größeren Rennens und den Top Ten von fast allen – fragen sich die Fans, wie viele Monumente er gewinnen kann. „Ich war schon Siebter bei Lüttich–Bastogne–Lüttich, und in diesem Jahr war ich Elfter. Es ist ein Rennen, das ich mag, und in diesem Jahr war ich im Schlussanstieg immer noch bei Valverde und diesen Jungs. Einen Kilometer vor dem Ziel war ich noch an zweiter Stelle.“

Aber Van Avermaet weiß, wo seine Ambitionen liegen. Das Ziel im nächsten Jahr ist die Flandern-Rundfahrt, die über allem steht. „Das ist das einzige. Vielleicht Strade Bianche. Die beiden Rennen, bei denen ich im Frühjahr Zweiter war, würde ich gerne gewinnen. Ich kann sie gewinnen – wäre ich bei der Flandern-Rundfahrt nicht gestürzt, hätte ich sie wahrscheinlich gewonnen. Ich dachte immer, die Flandern-Rundfahrt oder Amstel Gold sollten die Rennen sein, die mir am besten liegen, aber ich habe sie nie gewonnen.“ Das Siegen ist für Van Avermaet inzwischen zu einer Gewohnheit geworden. Er sei nicht stärker als früher, sagt er, doch sein taktisches Gespür und sein Selbstbewusstsein seien gewachsen. „Es ist nicht einfach. Es tut immer noch weh. Aber es war anders in diesem Jahr. Es ist leichter. Vorher habe ich mich immer von außen betrachtet und überdacht. Im Finale treffe ich inzwischen die richtigen Entscheidungen. Ich war überrascht, dass es so einfach sein kann, zu gewinnen.“

Procycling - Ausgabe 167 / Januar 2018



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