Kolumne

Ausgabe 116 / Oktober 2013

Neues und Bewährtes

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Waren Sie auf der Eurobike? Wir natürlich schon, und natürlich haben wir dort eine Menge interessanter Technik zu sehen bekommen.

Immer leichtere Rahmen, 22-Gang-Schaltungen und nun auch Scheibenbremsen für Rennräder. Dass diese irgendwann kommen würden, war spätestens dann klar, als sich Carbon-Felgen durchzusetzen begannen. Nicht wenige Faserlaufräder lassen sich nämlich bei Trockenheit nur eigenwillig, bei Nässe nicht sehr gut verzögern, einmal abgesehen von Problemen, die durch die Hitzeentwicklung beim Bremsen entstehen können. Die Discbrakes versprechen da einheitliche, sichere Performance, wenn auch nicht unbedingt bessere Bremsleistung – ein Entwickler einer bedeutenden italienischen Marke von Anbauteilen und Laufrädern jedenfalls erklärte mir, seiner Meinung nach gehe es vor allem um die Dosierbarkeit, weniger um die Bremspower als solche.

Und so wird die Rennradtechnik immer komplizierter, eine Neuerung zieht die nächste nach sich. Der Radsport selbst jedoch, das, was Breitensportler und Profis mit dem Material anfangen, ist voller Konstanten – am Limit zu fahren tut auch auf einem Highend-Carbonrad weh, Nässe und Kälte setzen einem zu, auch wenn die Schaltung elektronisch und die Bremsen hydraulisch sind. Und die Berge und Straßen sind immer die gleichen, auch wenn man nun mit superleichten Laufrädern darüber hinwegrollt. Dass auch die Mentalität der Akteure im Radsport voller Konstanten ist, und zwar in einem guten Sinne, kam mir beim Lesen unserer Nibali-Reportage in den Sinn. Dem Neuen gegenüber aufgeschlossen, sich vom Bewährten jedoch nicht abwendend – das trifft es bei der Radtechnik vielleicht ebenso wie im Rennsport.

Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe!

Caspar Gebel
Redaktion

Procycling - Ausgabe 116 / Oktober 2013



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